Pressemeldung 17.06.2008 SVZ.de

 

Weiter Ruhe in der Seeterrasse

 

LANKOW - Vor fünf Jahren hatte der Hamburger Unternehmer Hermann J. Kröger die Lankower Seeterrasse gekauft. Einen mittelständischen Betrieb mit 30 Mitarbeitern wollte Kröger am idyllischen Südufer etablieren, mit integrierter Privatbrauerei und jeder Menge Platz für Familienfeiern. Doch zu einer Eröffnung ist es bisher nicht gekommen. Lediglich für einige kleine Veranstaltungen öffnete das tra ditionsreiche Lokal - mit Sondergenehmigung des städtischen Ordnungsamtes.

 

Für Unternehmer Kröger liegt das ausschließlich an der Stadt: Ein Elektro-Hausanschluss sei durch die Stadtwerke noch immer nicht genehmigt, der Streit um den Bescheid des in zwischen verstorbenen Bezirksschornsteinfegers werde weiter verschleppt, eine Heizung könne nicht installiert werden, eine Mülltrennung werde verhindert, das Abwasser in der Grube werde nicht geleert, aber be rechnet, die Trinkwasserversorgung werde durch die Stadtwerke permanent gefährdet, eine Gasversorgung sei nur gegen Auflagen möglich, eine Freigabe des seit Längerem sanierten Obergeschosses werde verhindert, der Aufbau einer Klein-Brauanlage nur bei Bau eines Edelstahl-Schornsteins von etwa 20 Meter Länge genehmigt, zählt Kröger auf. "Offensichtlich soll die Seeterrasse zu einer Gedenkstätte längst vergangener Zeiten werden, an denen die Siedler, Nachbarn und Kleingärtner keine Freude haben sollen . Auf jeden Fall und mit allen Tricks versucht die Stadt Schwerin, die öffentliche Nutzung zu verhindern. Dem werde ich weiterhin entgegentreten", sagt Kröger.

 

Verwaltung: Bauantrag wurde noch nicht gestellt
In der Stadtverwaltung lösen diese Vorwürfe nur Kopfschütteln aus. "Wir gehen vom Bestandsschutz der Gaststätte aus", sagt Bauamtsleiter Hans-Hermann Bode. "Es gibt auch eine positiv beschiedene Bauvoranfrage für die Brauanlage und den Umbau eines Teils der Küche zu einem Gastraum. Aber bislang hat der Investor noch keinen Bauantrag gestellt. Der ist aber notwendig."

"Weder mir noch dem von mir beauftragten Schweriner Architekten Dieter Hartung noch dem von mir eingeschalteten Rechtsanwalt Prof. von Wilcke ist bekannt, dass für den Betrieb der Seeterrasse ein Bauantrag gestellt werden müsste", sagt Investor Hermann J. Kröger. "Im Gegenteil, in einem Gespräch zwischen Herrn Hartung sowie Prof. von Wilcke und der Stadtverwaltung am 15. Januar dieses Jahres wurde explizit übereinstimmend festgelegt, dass ein Bauantrag nicht notwendig ist."

Bauamtsleiter Bode kann das nicht verstehen und erst recht nicht glauben: "Jede Änderung an einem Gebäude bedarf einer Baugenehmigung. Das sollte jeder Bauherr wissen, erst recht sein Architekt." Auch Ordnungsamtsleiter Dietrich Stang hat sich auf Grund erteilter Sondergenehmigungen für die Seeterrasse intensiv mit dem Thema beschäftigt. "Wir sind immer sehr großzügig mit dem Investor verfahren", sagt Stang. "Denn wir würden es allein aus ordnungsrechtlicher Sicht gerne sehen, dass das Gebäude bewirtschaftet wird." Doch mittlerweile könne die Stadt dem Investor nicht weiter entgegenkommen. "Er muss jetzt schlicht seine Hausaufgaben machen", sagt Stang. Und Bauamtsleiter Bode nennt ein Beispiel: Gerade bei dem reetgedeckten Gebäude sei Brandschutz besonders wichtig. "Doch ein Prüfsiegel des Bezirksschornsteinfegers für den Schornstein gibt es eben nur, wenn alle Vorschriften eingehalten sind. Das war bisher nicht der Fall."

Für Unternehmer Kröger sind solche Aussagen neu. "Am 15. Januar wurde Professor von Wilcke im Beisein von Herrn Hartung eine Konzessionserteilung in vier Wochen zugesagt", berichtet Kröger. Passiert sei aber nichts: "Allerdings fehlt es mir am Willen, gegen die Stadt, mit der ich als Investor und Betreiber zusammenarbeiten will, einen Gerichtsprozess zu führen." Er hoffe noch auf eine gütliche E i nigung im Sinne einer Eröffnung der "PrivatBrauerei Seeterrasse".

 

"Marathonläufer" will nicht aufgeben
Der 47-Jährige will auf jeden Fall durchhalten - so wie er es als Marathonläufer gewohnt ist. "Ich möchte nochmals betonen, dass die Seeterrasse nicht verkauft wird und dazu auch in den nächsten fünf Jahren kein Grund besteht", sagt.

Kröger, der als Berater deutscher und amerikanischer Konzerne tätig ist. "Die Seeterrasse wird im Übrigen ohne Bankdarlehen oder Förderungen betrieben, wie alle Unternehmungen, an denen ich beteiligt bin." Wenn der Betrieb denn je genehmigt wird... mehr


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